(c)sib Hilchenbach, Siegener Zeitung, 25. August 2006

Spätestens Mitte Dezember soll der Bürgerbus in Hilchenbach zum ersten Mal die offiziellen Linien bedienen. Dieses Ziel gab am späten Mittwochabend bei der ersten Versammlung des Vereins »BürgerBus Hilchenbach« im Gasthof Pampeses die kommissarische Vorsitzende Inge Grebe aus. Und es gibt durchaus Grund, optimistisch zu sein: Der Routenplaner steht, für die Finanzierung des Busses gibt es ein tragfähiges Konzept und in den kommenden zwei bis drei Wochen soll im Hilchenbacher Rathaus der Vertrag mit der VWS unterzeichnet werden.
Dem derzeit 31 Mitglieder zählenden Verein werden 30.000 EURO vom Land NRW für die Finanzierung des Fahrzeuges zur Verfügung gestellt. Die restlichen rund 15.000 EURO muss der Verein aus eigenen Mitteln bestreiten. Hier konnte Achim Walder, Vorsitzender des Bürgerbus-Vereins Kreuztal, ein paar Tipps geben. Nach seiner Erfahrung laufen die Bürgerbusse vor allem in den ersten zwei Jahren ihres Betriebes weitestgehend frei von Reparaturen, so dass genug Einnahmen aus den Tarifen übrig bleiben, um in Raten den Eigenanteil abgelten zu können. Hier hofft der Verein auf das Entgegenkommen des Vertragspartners VWS. Vor wenigen Tagen sandte der Verein ein Schreiben an 236 heimische Firmen und Unternehmen mit der Bitte um Unterstützung des Projekts. Bisher gab es jedoch keinen Rücklauf.
Was die Anschaffung des Fahrzeugs anbelangt, wird in den kommenden Tagen eine Entscheidung fallen. Am liebsten hätte der Hilchenbacher Verein einen Iveco-Kleinbus, in dem sich acht Fahrgastplätze befinden, von denen jeweils vier hintereinander gesetzt sind. Das sei vor allem fürs problemlose Ein- und Aussteigen wichtig und bequem, hieß es. Die Fahrgäste müssten nicht übereinander klettern oder sich mühsam an den anderen Passagieren vorbei quetschen. Zwar gebe es auch andere Modelle, die diesen Komfort böten allerdings zu wesentlich höheren Preisen. Vor einiger Zeit habe Iveco eine Sonderedition von 50 Bussen mit dieser Ausstattung herausgebracht. Einer davon fahre als Bürgerbus in Wenden, ein Vorführfahrzeug sei noch verfügbar. »Ich rechne jeden Tag mit dem Anruf«, erklärte Inge Grebe.
Inge Grebe ersetzt momentan den Vorsitzenden Peter Schreiber, der Anfang August aus beruflichen Gründen den Vorsitz niederlegen musste. Auch Schriftführerin Martina Plugge steht künftig nicht mehr zur Verfügung. Bei der nächsten Mitgliederversammlung im November stehen also auch Wahlen an.
In Sachen Routenplanung hat man sich für acht Strecken entschieden. Zusammengestrichen werden soll lediglich die Anzahl der Haltestellen von derzeit maximal 28 auf etwa 15. Der Bürgerbus soll nach wie vor speziell älteren und kranken Menschen ohne Auto Verbindungsmöglichkeiten geben, die vom ÖPNV nicht angeboten werden. An den fünf Werktagen soll der Bus nach Dahlbruch, zum Kredenbacher Krankenhaus, nach Vormwald und in die entlegeneren Ortsteile wie Oechelhausen, Ruckersfeld, Lützel und Grund fahren. Auch Hadem, Oberndorf und die Siedlung Hilchenbach stehen auf dem Fahrplan.
Um den Bürgerbus betreiben zu können, ist ein Stamm von 15 bis 20 Fahrern nötig. Auf sieben kann der Verein schon zählen, es werden also dringend weitere Fahrer gesucht. Diese sollten mindestens 21 Jahre alt sein, zwei Jahre Fahrpraxis haben und müssen ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen sowie einen Gesundheitstest bestehen. Auch sollten die Fahrer über einen EU-Führerschein im Scheckkartenformat verfügen. Ob eine Altershöchstgrenze eingeführt wird, ist noch nicht geklärt. Die Kosten für die erforderlichen Dokumente wird der Verein übernehmen.
Geselligkeit spielt beim Projekt »BürgerBus« Hilchenbach übrigens auch eine große Rolle: Bei der Versammlung wurde auch gleich die erste gemeinsame Weihnachtsfeier beschlossen.
(c)sib Hilchenbach, Siegener Zeitung, 25. August 2006